Während des Baus kam es häufig zu Schwierigkeiten unterschiedlichster Natur. Termine wurden versprochen und nicht eingehalten. Vereinbarungen wurden vergessen oder nicht ausgeführt und selbst auf Aufforderungen wurden keine Zeitpläne aktualisiert bzw. wenn sie denn aktualisiert worden sind, waren sie am nächsten Tag oder spätestens in der Folgewoche hinfällig (die Ausnahme möge hier die Regel bestätigen). Zum einen ist es mehr als anstrengend die Eigenleistung zu terminieren und zum anderen ist es schon frustrierend zum Haus raus zu fahren (jedes mal jeweils eine halbe Stunde hin und zurück), nur um festzustellen, dass nichts gemacht wurde.

Der Tropfen der das Fass für uns nun zum Überlaufen gebracht hat, war die Diskussion um die Treppe. Die Details werde ich Euch für den Moment ersparen, nur so viel, dass es um den monströsen Betrag von 150€ ging. Da das Thema inhaltlich zwei mal geklärt war – oder dann eben doch nicht – waren wir der Diskussion überdrüssig und haben bei der Geschäftsleitung von Breyer und Seck angeregt unseren Bauleiter auszuwechseln.

Natürlich haben wir unsere Zweifel, ob kurz vor Bauende der Wechsel des Leiters ein guter Schachzug ist. Nicht zuletzt deshalb, weil von unserer Seite natürlich nicht ersichtlich ist, wie die internen Strukturen bei Breyer und Seck funktionieren. Wer priorisiert die Baustellen oder entscheiden das die Gewerke nach eigenem Ermessen? Sind die Aussagen und Stellungnahmen der Bauleitung auf unsere Mängel der Geschäftsführung bekannt, genehmigt oder sogar vorgegeben? Bekommt der Bauleiter ausreichend Zeit für seine Aufgaben oder wird er so zugeschüttet, dass Chaos die natürliche Konsequenz ist?
Wir können es nicht wissen und wollten mit der Forderung des Wechsels ein Signal setzen, dass es so nicht weitergeht, wenn das Ziel „Weihnachten im Eigenheim“ sein soll.

Nicht das wir hier falsch verstanden werden: wir haben kein zwischenmenschliches Problem mit unserer Bauleitung gehabt, aber den Eindruck gewonnen, dass trotz zweifelsfrei vorhandenem technischen Know-How viele Dinge einfach falsch laufen.

Das versprochene Fertigstellungstermine eher Hinweischarakter haben, ist uns hinlänglich bekannt und praktiziert. Eine neue Dimension haben wir allerdings am 09.11.2011 erreicht.

Nachdem bereits am Vortag der versprochene Arbeitsbeginn der Fliesen kommentarlos verstrichen ist und Kathrin vergebens zur Baustelle gefahren ist, hatte ich am nächsten Tag einen fest vereinbarten Termin vor Ort. Dieser wurde dann morgens gegen 8:00 um eine Stunde nach hinten von 9:00 auf 10:00 verschoben, da man noch „unterwegs“ sei. Um 10:00 vor Ort angekommen, war bereits, wie angekündigt, ein Mitarbeiter vor Ort, der mit den Grundierungsarbeiten beginnen sollte und mit dem einige wenige Details hinsichtlich der Wandfliesen geklärt werden konnten.

Der Mitarbeiter wusste jedoch auch nicht, wann die Geschäftsführung der Firma Ebeling denn nun vor Ort sein wird, so dass ich im Auto noch eine halbe Stunde gewartet und dann versucht habe jemanden zu erreichen. Leider ohne Erfolg. Eine weitere Viertel Stunde später habe ich dann mit dem Mitarbeiter gesprochen und ihn gebeten anzurufen, in der Hoffnung, er geht bei einer bekannten Rufnummer ans Telefon. Es hat sich herausgestellt, dass er zu diesem Zeitpunkt (11:00, also eine Stunde nach dem verabredeten Termin) sich noch in Lurup befindet, was laut Navi ca. 35 Minuten entfernt ist.

Das man einen Termin reißen kann, ist verständlich. Mir ist aber weder klar, warum man, wenn man einen Termin um eine Stunde verschiebt, die tatsächliche Verschiebung in der Realität 2,5h sind, noch warum man nicht anruft, wenn absehbar ist, das der Termin nicht haltbar ist. In einem Gespräch ein paar Stunden später, um eine Rückfrage hinsichtlich der Wandfliesen zu klären wurde hierüber im Übrigen kein Wort verloren. Kein „hmm, das ist ja nicht so gut gelaufen“ oder „Puhh, der Stau auf der A7 war schlimm“ und schon gar keine Entschuldigung. Warum auch? Als Bauherr muss man ja anscheinend dankbar sein, dass überhaupt jemand auf der Baustelle arbeitet.

Für mich zeigt das die Wertschätzung, die mir als Kunde entgegengebracht wird: keine.
Ich will aber auch nicht verschweigen, dass der Firma Ebeling ein guter Ruf vorauseilt und insofern sind wir derzeit noch guter Hoffnung, dass die Qualität der Arbeit uns überzeugt.
Nachtrag: die ersten verlegten Wandfliesen entsprachen durchaus unseren Erwartungen
Nachtrag2: wir wollen nicht verschweigen, dass die weitere Zusammenarbeit mit Firma Ebeling trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen aufgrund des Zeitdrucks sehr konstruktiv war und wir mit der Qualität nach wie vor zufrieden sind. Vielleicht würde man die Situation anders bewerten, wenn die Vorgeschichte des Baus anders gelaufen wären.

Hinsichtlich der Zeitplanung sind wir bei den Fliesen trotzdem irritiert. Es war mit der Bauleitung abgesprochen, dass zuerst die Fliesen oben im Bad (und davon insbesondere die Bodenfliesen) gelegt werden, damit der Saunabau möglichst zeitnah vorgenommen werden kann. Der Mitarbeiter vor Ort hat jedoch nur von Wandfliesen gesprochen und auch nichts davon gewusst, wann (und von wem – er macht es anscheinend nicht) die Bodenfliesen gelegt werden. Harren wir der Dinge die da kommen.
Nachtrag: der Saunatermin musste jetzt auf den 24.11. nach hinten gelegt werden (Weihnachten kommt also früher dieses Jahr). Bis dahin sind die Fliesen „gaaanz sicher“ verlegt, laut Firma Ebeling 😉
Nachtrag2: dank der guten Zusammenarbeit hat der 24.11. funktioniert und unsere Sauna ist eingebaut

Ihr versteht nur Bahnhof? Wir verstehen auch nichts mehr.

Gestern war mein letzter Tag der Elternzeit und der eigentliche Beginn der Fliesenarbeiten. Daher habe ich die Zeit noch mal genutzt und bin zum Haus gefahren. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie weitere Häuser aus dem Boden schießen, nicht mehr lange und es ist wirklich ein Wohn- und kein Baugebiet mehr.

Tatsächlich ist es auch beeindruckend wie auf anderen Baustellen gearbeitet wird, nur irgendwie auf unserer nicht. Kein Auto auf dem Hof, die Haustür verschlossen und innen ist es mittlerweile auch wieder merklich kühler, da das Estrichtrocknungsprogramm in den letzten Zügen ist.

Abgeschlossen sind aber nun die Deckenarbeiten im Obergeschoss, bzw. die Doppellattung ist entfernt und durch eine einfache Lattung ersetzt, die Rigipsplatten sind wieder befestigt. Jetzt muss noch der Putz entsprechend der neuen Höhe angepasst werden, was wir mit unserem Maler besprechen sollen, wie wir gestern zufällig erfahren haben.

Die eigentliche Vorfreude bestand aber darin, nun auch die ersten Fliesen an den Wänden bestaunen zu können. Unser Bauleiter teilte uns schriftlich mit, dass am 04.11.2011 die Arbeiten beginnen sollen, unser Fliesenleger wusste davon nichts und teilte uns den 08.11.2011 mit. Um so trauriger, dass ich gestern wieder umsonst raus gefahren bin. Mittlerweile wissen wir ja eigentlich schon, dass wir genannte Termine bei Breyer und Seck nicht Ernst nehmen dürfen, aber manchmal erwischt uns doch noch ein Hauch von Hoffnung. Leider.

Bis heute konnten wir keinen verbindlichen Übergabetermin in Erfahrung bringen…

упущение – Versäumnis (nur, wenn mich meine Russischkenntnisse nicht vollends im Stich lassen 😉 )

„Crunch-Time, bezeichnet die entscheidende Phase eines Spieles oder eines Projektes.

Das Wort stammt ursprünglich aus dem amerikanischen Englisch und heißt wörtlich übersetzt „Krisenzeit“. Besonders verbreitet ist der Begriff im Sport, etwa im Basketball. Dort bezeichnet die Crunch-Time eine Phase kurz vor dem Ende, in der das Spiel auf der Kippe steht und jede einzelne Aktion die Entscheidung über Sieg oder Niederlage bringen kann.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Crunch-Time, Aussprache vergleiche „Showtime“ von den Mangalores aus dem 5. Element. Die Crunch-Time ist also nicht mit der angenehmen Zeit am Abend zu verwechseln, in der zu dem allabendlichen Fernsehprogramm oder einem guten Buch leckere Kartoffelprodukte verspeist werden.)

Weihnachten im Eigenheim. Nicht mehr und nicht weniger, das war unser Ziel und das Versprechen von Breyer und Seck (zu diesem Zeitpunkt vom Vertrieb als Selbstverständlichkeit abgetan, denn das sei problemlos erreichbar. Selbst Ende Oktober wurde dies von der Geschäftsführung als absolut machbar dargestellt). Nun, ganz so einfach stellt sich die Situation 7 Monate nach Baubeginn (zumindest für uns als Laien) nicht mehr dar.

Die Zweifel, ob Weihnachten dieses Jahr im eigenen Haus stattfindet, welche Maßnahmen unserseits nötig sind und die bange Frage, ob nach einer Woche Hausabstinenz tatsächlich die versprochenen Arbeiten erledigt worden sind, ist wahrscheinlich auch der Grund warum ich nach einer stressigen Arbeitswoche mit reichlich Überstunden am Samstag morgen um 5:50 nicht mehr schlafen kann und diesen Artikel schreibe.

Als ursprünglicher (natürlich unverbindlicher) Übergabetermin wurde der 28.11. genannt, der zu unserer Überraschung zwischenzeitlich auf den 28.10. revidiert und bis heute nicht korrigiert wurde. Dienstag diese Woche habe ich die Bauleitung aufgefordert nun endlich einen aktualisierten – und diesmal verbindlichen – Übergabetermin zu benennen. Es wundert mich offen gestanden nicht mehr wirklich, dass ich weder einen Termin noch irgendeine Rückmeldung erhalten habe.
Was soll es auch – und um im Bereich der Sportanalogien zu bleiben – „was zählt ist auf dem Feld“. Und unser Feld ist das Haus, was wir heute Nachmittag besuchen und feststellen werden, ob denn wenigstens in dieser Woche Baufortschritt zu erkennen ist. (Nachtrag von Montagmorgen: am Samstag konnten wir in der Tat sehen, dass die Doppellattung in großen Teilen entfernt und einige Rigipsplatten bereits wieder angebracht worden sind.)

Zurück zur Ursprungsfrage: sind wir Weihnachten im Eigenheim? Ausgeschlossen ist es nicht. Am 02.12. (damals mit großzügiger Lücke berechnet) soll unsere Küche geliefert werden. Damit die Küche geliefert werden kann, muss vorher das Parkett liegen und die Wände gestrichen sein. Damit das Parkett gelegt und die Wand gestrichen werden kann, muss der Trockenbau im Wohnzimmer abgeschlossen, die Löcher für die Lüftungsanlage im Gäste-WC und in der Küche gebohrt werden und die Innentüren eingebaut werden.
Im anderen Handlungsstrang müssen im Bad die Fliesen gelegt werden und die Deckenkonstruktion des Obergeschosses abgeschlossen sein, damit die Sauna eingebaut werden kann.

Nimmt man die Küchenlieferung für den Moment als Fixpunkt an, so benötigt man vorher ca. zwei Wochen für das Parkett und die Malerarbeiten. Ohne hier genaue Daten vom Saunabauer zu kennen, nehmen wir derzeit an, dass nach den Fliesenarbeiten im Bad ebenfalls ca. zwei Wochen für den Einbau der Sauna benötigt werden. Kann am 02.12. tatsächlich die Küche geliefert werden, so muss danach noch im Bad die Sanitärinstallation (das Waschbecken hängt an der Trockenbauwand der Sauna) und die Fliesenarbeiten für Dusche, sowie der Fliesenspiegel hinter dem Waschbecken abgeschlossen werden. Ferner muss im gesamten Haus die Elektroinstallation realisiert sein, die Lüftungsanlage installiert und das Geländer für die Treppe montiert werden.
Da wir Weihnachten nicht aus Kisten leben wollen, müssen auch diese Arbeiten innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein, ansonsten ziehen wir erst kommendes Jahr um.

Unter dem Strich steht: das ist alles machbar, aber Pufferzonen sehen wir keine mehr und bei der Vielzahl der Gewerke die jetzt alle auf einmal „funktionieren“ müssen (und es bisher nicht getan haben), haben wir ernsthafte Zweifel. Umso ärgerlicher, dass volle vier Wochen über einen offensichtlichen Fehler von Breyer und Seck diskutiert werden musste (Zollstöcke und Konstruktionszeichnungen lügen nicht), der erst jetzt aus „Kulanz“ beseitigt wird (dazu später mehr).

Ob die „Krisenzeit“ nun erst eine Phase kurz vor Ende ist, sei mal dahingestellt – für uns ist auf jeden jetzt Fall Crunch-Time und wir sind gespannt, ob Breyer und Seck uns auch positiv überraschen kann.

Am Donnerstag waren wir mal wieder beim Haus um einen Termin mit dem Fliesenleger wahr zu nehmen. Dabei stellten wir fest, dass das Regenfallrohr wieder in der ursprünglichen Fassung steckt. Somit kann das Regenwasser wieder ordentlich ablaufen.

Allerdings sehen wir dies als Übergangslösung an, da das Fallrohr jetzt nicht mehr gerade an der Wand nach unten läuft, sondern am unteren Teil, damit es in den Zugang zur Rigole passt, vom Haus weggedrückt wurde. Somit lässt sich auch die Schelle nicht mehr schließen, um das Rohr am Haus zu befestigen.

Warum das Fallrohr, was ursprünglich schon im Abwasserrohr steckte, jetzt nicht mehr passt, bleibt bislang ein Rätsel. Zumal das Abwasserrohr ca. 1,5m tief in der Erde steckt und sich eigentlich nicht mehr bewegen sollte (gleiches gilt hoffentlich für das Haus ;-)).

An der Treppe hat sich trotz mehrfacher Versprechung seit knapp 2 Wochen weiterhin nichts getan. Schade.